
Mit Mexiko besteht im Bereich Berufsbildungszusammenarbeit eine langjährig etablierte Kooperation mit verschiedenen Bundesressorts. Das BMBF unterstützt dabei schwerpunktmäßig die Entwicklung dualer Karrierewege von der Erstausbildung bis hin zum dualen Studium. Neben der Ausbildung von Fachkräften werden so auch die Berufsbildungsforschung und die Durchlässigkeit im Bildungssystem unterstützt.
Die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den relevanten deutschen und mexikanischen Akteuren im Bereich „Höhere Berufsbildung und duales Hochschulstudium“ sind Teil der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen dem BMBF und der SEP. Die Entwicklung von passfähigen Lösungsansätzen zur Durchlässigkeit von Erstausbildung zu höherer Berufsbildung und die stärkere Dualisierung dieses Bereiches werden u.a. über geförderte Pilotprojekte ermöglicht. So soll u.a. die Berufsbildung stärkere Berücksichtigung in der dualen Hochschulbildung finden und die Karrierechancen von Auszubildenden über Bildungsangebote wie den Meister gestärkt werden.
Seit dem Regierungswechsel im Dezember 2018 wurden wesentliche Reformen im mexikanischen Modell der dualen Berufsbildung (l – MMFD) umgesetzt. Die Berufsbildungskooperation zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) auf deutscher Seite und dem Ministerium für öffentliche Bildung (, SEP) und dem Außenministerium (, SRE) auf mexikanischer Seite unterstützt die Erprobung und Implementierung dualer Modelle. Durch Förderprojekte zur Entwicklung von nachfrageorientierten Weiterbildungsangeboten und zur gemeinsamen Berufsbildungsforschung werden wichtige Erkenntnisse für die Konsolidierung und Weiterentwicklung des mexikanischen dualen Modells geleistet. Auch die deutsche Wirtschaft vor Ort wird bei der Qualifizierung und Ausbildung von Fachkräften unterstützt. Gezielte Systemberatung flankiert die Kooperation.
Generell wird der Erfolg von Projekten zur (dualen) Berufsausbildung auch in Mexiko durch den Trend zu einer rein akademischen Ausbildung erschwert. Diese Thematik ist daher sowohl Gegenstand von Forschungs- als auch Umsetzungsprojekten.
Grundlage der Kooperation:
Am 04. Juli 2019 wurde die bilaterale Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung sowie technische und berufliche Bildung zwischen dem BMBF und dem BMZ sowie dem mexikanischen Ministerium für öffentliche Bildung (SEP) und dem mexikanischen Außenministerium (SRE) für weitere vier Jahre verlängert. Darüber hinaus wurde im April 2018 eine zweite gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der dualen Hochschulbildung und der höheren Berufsbildung durch das BMBF und das mexikanische Bildungsministerium SEP unterzeichnet. Diese wurde im April 2021 um vier weitere Jahre bis 2025 verlängert
VET_Excellence
(August 2023 bis Juli 2024)
Ziel des Verbundprojektes VET_Excellence ist es, in den drei Ländern Mexiko, Griechenland und Lettland ein Modell zur Verleihung eines Berufsbildungspreises für berufliche Bildung zu entwickeln, zu erproben und zu verstetigen. Damit unterstützt das BMBF die drei Partnerländer bei ihren Berufsbildungsreformen und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Verbesserung des Ansehens einer qualitativ hochwertigen und praxisorientierten beruflichen Bildung.
Die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (AHK Mexiko) legt bei dem Berufsbildungspreis für Mexiko einen besonderen Fokus auf das Ausbildungsengagement von Unternehmen, die Ausbilder und Auszubildenden und das 10-jährigen Jubiläum der deutsch-mexikanischen Berufsbildungskooperation. Der Berufsbildungspreis soll im Frühjahr/Sommer 2024 im Rahmen einer festlichen Veranstaltung vergeben werden.
E-Mas
(August 2017 – Dezember 2020)
Im Verbundprojekt E-Mas wird ein Bildungsangebot für die berufliche Bildung in der mexikanischen Automobilindustrie entwickelt. Das Projekt richtet sich an Fachkräfte, Personalentwickler und operatives Führungspersonal und soll Schlüsselkompetenzen in Produktivitätsmanagement, arbeitsbezogenem Lernen, Werkzeugbau und vermitteln. Besonderes Augenmerk sollen dabei die Entwicklungen rund um das Thema Industrie 4.0 bekommen.
Y-Mas
(Oktober 2021 – März 2024)
Das Verbundprojekt Y-MAS hat den Aufbau und die Umsetzung eines individuell konfigurierbaren -Weiterbildungsprogramms zum Themenfeld industrielles Produktionsmanagement zur Aufgabe. Zielregion ist das spanischsprachige Lateinamerika. Mit dem Weiterbildungsprogramm sollen Fachkräfte des unteren und mittleren Managements, insbesondere in den Bereichen Produktionsleitung, Arbeitsplanung, Teamleitung und Ausbildung adressiert werden.
Das Weiterbildungsprogramm soll Kurse zu den vier Themen industrielle Instandhaltungsmanagement, (industrielle) Logistik, Produktentwicklung und ergonomische Arbeitsgestaltung anbieten. Es wird im Rahmen von Y-Mas entwickelt und pilotiert. Begleitend wird eine inhaltliche und prozessuale Bewertung des gesamten Weiterbildungsprogramms mittels Evaluierung und Validierung durchgeführt. Flankierend soll außerdem eine Norm (DIN SPEC) entwickelt werden, welche Berufsbildungsdienstleistern eine gezielte Entwicklung von Weiterbildungsdienstleistungen im Rahmen eines gesicherten Vorgehens ermöglichen soll.
Mit intensiver Netzwerkarbeit vor Ort werden Multiplikatoren und Unternehmen angesprochen, um eine möglichst hohe Verbreitung von Y-Mas im spanischsprachigen Raum Lateinamerikas zu erzielen.
DualReg
(Juni 2019 – Oktober 2022)
Das Vorhaben DualReg Mexiko erforscht Bedingungen für das erfolgreiche Gelingen internationaler Berufsbildungskooperationen am Beispiel von Mexiko. Zusammen mit den mexikanischen Universitäten in und Mexiko-Stadt werden Bedingungen für nachhaltig erfolgreiche Berufsbildungszusammenarbeit herausgearbeitet, die sowohl für die Industrie als auch für die Tourismuswirtschaft anwendbar sein sollen.
KuPraMex
(Juni 2019 – September 2022)
KuPraMex untersucht anhand von vier Fallbeispielen (Tourismus, Verwaltung, Technik und Gastronomie) die Eigenlogik, Mechanik und Funktionalität nicht-akademischer Arbeitskulturen in Mexiko, um adaptive und damit erfolgreiche Formen der Berufsbildungszusammenarbeit stärken zu können.
HDUALMEXICO
(Juli 2020 – Juli 2021)
Ein Reformanliegen der mexikanischen Regierung ist, die Attraktivität der Berufsbildung zu steigern und die Wirtschafts- und Sozialpartner aktiv am Prozess bei der Schaffung dualer Berufsbildungsmodelle in der Hochschulebene zu beteiligen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die mexikanische Regierung bei diesem Reformanliegen.
Das Ziel des Projektes HDUALMEXICO ist es, die mexikanischen Wirtschafts- und Sozialpartner bei der Weiterentwicklung des mexikanischen dualen Ausbildungsmodells im Übergang zur höheren dualen Ausbildung einzubinden. Die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer entwickelt gemeinsam mit den mexikanischen Partnern Ausbilderschulungen und Modelle zur Zusammenarbeit zwischen Wirtschafts- und Sozialpartnern. Dadurch sollen Kapazitäten geschaffen werden, höhere Berufsbildung in Mexiko nachhaltig anzubieten zu können.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Andreas Müller
berufsbildunginternational@dlr.de
Telefon: +49 228 3821 1031